Leben - Der Heil(ig)e Geist

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Dies ist ein Text aus der Zeitschrift "Blick im voraus" - Ausgabe November-Dezember 2011, verfasst und herausgegeben von der gemeinnützigen Organisation Tschernobyl-Hilfe e.V. Mir gefiel der Text so gut, weil er sehr viel Wahrheiten enthält. Jene Wahrheiten, die bislang nur sehr wenige Menschen erkannt haben.

Wenn Sie mehr über den Verein erfahren möchten und ggfls. auch helfen möchten, so klicken Sie bitte hier.

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Das Leben kann so schön sein!

Wir leben ständig in Angst etwas zu verlieren, sei es Geld, Gesundheit, Freunde, Jugend oder einen Wettbewerb, und wir laufen dieser Angst so sehr hinterher, dass wir keinen Blick mehr für das wahre Leben haben, dass Bewusstsein bedeutet. Anstatt bewusst zu sein, was in und um uns geschieht, hören wir auf den Denker in unserem Kopf, der uns von unseren wahren Gefühlen abschneidet und uns Angst und Sorgen bereitet. Um das zu ändern, könnten wir anfangen, erst einmal unseren Denker zu beobachten, ob wir diese Gedanken wirklich brauchen, ob wir die Angst brauchen und was wir in uns aufnehmen könnten, anstatt immer auf die so genannte Vernunft des Denkers zu hören. Wenn wir anfangen, unsere Gedanken zu betrachten, dann erkennen wir, dass es einen Grund gibt, warum uns diese Gedanken kommen und wir sehen, dass wir eine Rolle in diesem Leben spielen möchten, die wir vor anderen Menschen aufrecht erhalten wollen. Das bedeutet, wir wollen eine bestimmte Person einnehmen, ein Bild von uns erzeugen, dass überzeugen soll von unserer Rolle in der Gesellschaft, unserem Ansehen, unserem Besitz. Und wir sind so sehr damit beschäftigt, diese Rolle zu spielen, dass wir es selbst irgendwann nicht mehr ertragen können und das nennt man dann beispielsweise Depression oder Burnout. Dann befinden wir uns plötzlich in einem leeren Raum.

Dabei besteht alles um uns herum aus einer Leere. Die Buddhisten haben das seit zweieinhalbtausend Jahren gewusst. Die Existenz aller Dinge ist Leere. Und nur das Nichts ermöglicht es allen Dingen zu sein. Was ist die Essenz eines Zimmers? Die Möbel darin sind nicht das Zimmer, der Boden, die Wände, die Decke begrenzen das Zimmer, aber sie sind nicht das Zimmer. Wir sollten bewusst den Raum wahrnehmen der uns umgibt und nicht über ihn nachdenken, sondern ihn fühlen, denn das innere Gegenstück zum leeren Raum ist unser Bewusstsein, dass es unserem Verstand, unserem Denken, unseren Emotionen ermöglicht, da zu sein. Viele Menschen fallen aus dem Gleichgewicht, denn sie kennen zwar die Welt oder glauben das, aber sie kennen nicht das Bewusstsein, den inneren Raum und die Stille. Da sie nur die Formen kennen, also alles, was sie um sich herum sehen, und da alle Formen sehr unstabil sind, leben sie in ständiger Angst. Wenn man aber weiß, wo man hinschauen muss, findet man überall das Bewusstsein und die Liebe, die uns umschließt. Wenn wir mehr auf die Stille achten, als auf Worte, dann erschaffen wir innere Stille. Nichts in dieser Welt, so wurde mal gesagt, gleicht Gott so sehr wie die Stille. Wenden wir uns beim Lesen bewusst den Lücken zwischen den Wörtern zu, den stillen Zeiträumen zwischen den Sätzen. Dabei wird die Stille in uns wachsen, denn wir können nicht auf die Stille achten, ohne auch innerlich still zu werden. Genauso, wie wir den leeren Raum nur durch seine Objekte wahrnehmen können, so brauchen wir die Welt, um unser Bewusstsein zu finden. Und bewusst (zu) sein bedeutet Frieden, das Leben in all seiner Fülle anzunehmen und es bedeutet nicht glücklich sein, das bedeutet friedvoll sein, denn wir können nicht glücklich sein, wenn gerade ein geliebter Mensch gestorben ist oder wir selbst unseren nahen Tod fühlen. Es gibt Tränen und Traurigkeit, aber wenn wir unseren Widerstand aufgeben, wenn wir mit Vertrauen leben, fühlen wir hinter der Traurigkeit eine Gelassenheit und eine heilige Stille. Wir sollten alles tun, was nötig ist, aber auch annehmen was ist. Und weil Verstand und Widerstand gleichzusetzen sind, werden wir mit dem Annehmen des Lebens auch von der Übermacht des Verstandes befreit und damit von Angst, Gier und Kontrolle. Marcus Aurelius, der weltliche Macht und Weisheit besaß, schrieb vor 2000 Jahren: "Akzeptiere was immer eingewebt in das Muster deines Schicksals zu dir kommt, denn was könnte deinen Bedürfnissen besser entsprechen?"

Viele Menschen müssen erst sehr viel Leid erleben, bevor sie bereit sind, ihren Widerstand aufzugeben und anzunehmen. Aber wenn sie es tun, erfahren Sie die Umwandlung vom Leiden zum inneren Frieden. Wenn wir vergeben können, lösen wir damit die Vergangenheit auf, sie wird substanzlos und wir leben im gegenwärtigen Moment, in einer friedvollen Stille. Aber die meisten Menschen sind in ihr eigenes Lebensdrama verliebt, ihre Geschichte ist ihre Identität. Ihr Denker bestimmt ihr Leben, ihr gesamtes Selbstverständnis ist davon abhängig, ihre erfolglose Suche nach Antworten, nach Lösungen, nach Heilung. Wenn wir aber das Leben so akzeptieren wie es ist, dann endet damit alles Drama in unserem Leben und niemand kann sich mehr mit uns streiten, so sehr sie sich auch bemühen. Ein Streit setzt voraus, dass man mit einer Haltung identifiziert ist und damit auf andere reagiert, sie abwehrt. Wir können unsere Meinung weiterhin klar und deutlich machen, aber es gibt keine Verteidigung und keinen Angriff mehr, also kein Drama.

Es gibt im Leben Perioden von Erfolg, in denen Dinge wie von selbst auf uns zukommen, uns aufblühen lassen, und es gibt Perioden von Misserfolg, in denen wir loslassen müssen, um Platz für Neues zu schaffen. Wenn wir aber festhalten, Widerstand leisten, gehen wir nicht mit dem Fluss des Lebens und dann werden wir leiden. In unserer Welt mit den vielen Formen, liegt Versagen in jedem Erfolg und Erfolg in jedem Versagen verborgen. Früher oder später wird jede Errungenschaft am Ende wieder zunichte gemacht, alle Formen sind vergänglich. Wenn wir unser Bewusstsein und unsere innere Stille finden, werden wir auch weiterhin aktiv sein neue Situationen und Formen erschaffen, aber wir werden nicht mehr mit ihnen identifiziert sein, sie sind nicht unser Leben sondern nur unsere Lebenssituation. Auch unsere körperliche Energie ist Veränderungen unterworfen, sie wird nicht immer auf der Höhe sein. Es wird einen Zyklus geben, der von ein paar Stunden bis zu ein paar Jahre dauert. Wir brauchen aber auch Zeiten niedriger Energie um zu regenerieren. Da wir aber etwas leisten wollen, ist es schwer, diese Zeiten zulassen. Wenn unser Verstand nun anfängt, dagegen zu kämpfen, wird unser Körper einer Krankheit erschaffen, um uns zum Anhalten zu zwingen.

- Der heile Geist = Die Erlösung! -

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